Leichtathletik 10-Kilometer–Lauf Rheinzabern
Man könnte es wie ein modernes Wintermärchen beginnen lassen:
„Es war an einem Sonntagmorgen im Dezember als Fred sich aufmachte ins pfälzische Rheinzabern…“, wäre es nicht morgens um 7:15 Uhr und bei mehr als ungemütlichem Wetter gewesen. Auch der Zweck der Reise – 10 Kilometer bei eben diesen Bedingungen zu laufen – versprach nicht gerade märchenhaft zu werden. Aber Läufer klagen nicht, sie laufen einfach.
Es galt, die bisher erzielten Trainingsleistungen zu überprüfen. Der Trainingsaufbau war bis dato dank keinerlei krankheitsbedingter Ausfälle sehr gut verlaufen. Der Schwerpunkt war auf Ausdauer gelegt worden, um so eine optimale Grundlage für das Schnelligkeitstraining ab Januar zu legen.
In Rheinzabern wurde einmal mehr die These belegt, dass Läufer kein schlechtes Wetter kennen. Rund 2000 Teilnehmer aller Altersklassen standen an der Startlinie. Zahlreiche Athleten aus dem grenznahen Frankreich verliehen dem Ganzen ein internationales Flair. Landestrainer Boyde, der selbst anwesend war, hatte allen Kader-Athleten einen Start empfohlen, so dass auch ein gewisser interner Wettstreit gegeben war. Das Feld war hochgradig besetzt, was ein schnelles Renntempo erwarten ließ und allen die Möglichkeit bot, einen adäquaten Rennpartner zu finden.
Freds Trainingszeiten waren vielversprechend gewesen. Eine Zeit um die 35 Minuten zu erwarten, aber nicht zwingend. Verletzungsfrei durchzukommen, war oberste Priorität. Auch galt es bei diesen Bedingungen taktisch klug zu laufen. Ein zu hohes Tempo zu Beginn könnte sich am Ende rächen.
Nach drei Viertel der Strecke passierte Fred seine Trainerin Anke Höpfer, signalisierte, dass alles in Ordnung war, und bekam grünes Licht für einen Antritt auf den letzten Kilometern.
Zu diesem Zeitpunkt ließ die Zwischenzeit schon ein überragendes Ergebnis erwarten.
Anke war aufgrund einer Abkürzung vor Fred im Stadion und durfte wieder einmal Zeugin einer unfassbaren Willensleistung von Fred werden. Nach dem Einlauf ins Stadion zog Fred noch einmal das Tempo an und spurtete in der Manier eines 800m-Läufers, der er nun einmal ist, Richtung Ziel.
Die Endzeit von 33:35 min konnten weder er und noch weniger seine Trainerin kaum glauben. Die Anerkennung des Landestrainer war ihm gewiss.
Und so könnte das Wintermärchen von Rheinzabern mit den Worten enden: „Sie verließen glücklich und zufrieden die ferne Pfalz, um sich aufzumachen in neue Gefilde, die die anstehende Hallensaison für sie bereithielt.“

