Baden-Württembergische Meisterschaft U18

Vier Starts – dreimal auf dem Podium: Mehr geht nicht

Nach den Ergebnissen bei den Deutschen Meisterschaften vor zwei Wochen schien eine Platzierung unter den besten Drei bei den Landesmeisterschaften realistisch. Doch dann gab es wieder einmal diesen einen Moment, den man erlebt haben muss, um zu begreifen, was alles möglich ist.

Mit Ronja Englert und Emilia Bauke hatten wir gleich zwei Starterinnen über die 400 m-Distanz am Start. Ronja hatte sich die Qualifikation hart erkämpft und konnte mit ihrer ersten Teilnahme bei einer solchen Meisterschaft mehr als stolz auf sich sein. Im ersten Zeitlauf ging sie mutig an, musste am Ende jedoch der schwinden Kraft Tribut zollen. Mit einer Zeit von 64,46 sec blieb sie nur knapp über ihrer persönlichen Bestzeit und konnte mit Rang 13 mehr als zufrieden sein.

Emilia ging im dritten und damit schnellsten Zeitlauf ins Rennen. Hier stand mit Ellis Staib die eigentliche Siegerin bereits fest. Ein Jahr älter als Emilia (da in der U18 zwei Jahrgänge zusammengefasst werden), verfügt sie über mehr Erfahrung und eine bessere persönliche Bestzeit. Die Rennvorgabe konnte daher nur lauten: versuchen, so lange wie möglich dranbleiben. Und dann passierte, was man nicht vorhersehen kann: Emilia war bereits nach 200 m auf Ellis aufgelaufen, die nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte schien. Je mehr Ellis nachließ, um so mehr drehte Emilia auf. Mit einer unglaublichen Energieleistung jagte sie die Zielgerade hinunter. Sie deklassierte den Rest des Feldes und lief am Ende mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 56,63 sec als Baden-Württembergische Meisterin ins Ziel. Damit liegt sie in der aktuellen deutschen Bestenliste auf Rang 10, wobei 8 Athletinnen vor ihr dem älteren Jahrgang angehören.

Fred Fuchß hatte sich einen Doppelstart über 800 m und 1500 m vorgenommen. Über die 800 m-Distanz sollte es schwer werden, an Yannis Wagner von der LG Karlsruhe vorbeizukommen. Immerhin hatte der Karlsruher eine deutlich bessere Bestzeit vorzuweisen. Bereits nach der ersten Runde des Rennens war klar, dass die beiden den Sieg unter sich ausmachen würden. Wagner überließ Fred die Führungsarbeit, bevor er eingangs der Zielgeraden seine Spurtqualitäten ausspielte und an Fred vorbeizog. Mit einer Silbermedaille im Gepäck konnte man dennoch zufrieden nach Hause fahren.

Waren die 800 m am Samstag noch die Pflicht gewesen, sollten die 1500 m die Kür werden. Relativ unvorbereitet, wollten wir schauen, wie weit die Kräfte reichen würden. Und überraschend für den Athlet selbst, die Trainerin und auch die Fans erstaunlich weit. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 4:00,58 min musste er sich am Ende mit lediglich 21 Hundertsteln Anton Meier von der LG Karlsruhe geschlagen geben. Welch ein phantastisches Ergebnis und toller Abschluss des letzten Wettkampfes in der Saison.

Das Erfolgsquartett – herzlichen Glückwunsch für die grandiosen Leistungen und Platzierungen!

Bericht und Bilder: Anke Höpfer