Deutsche U18-Meisterschaften in Wattenscheid

Das Vereinsbussle, unser seit Jahren treuer Begleiter, brachte uns ohne Probleme nach Wattenscheid zum Lohrheide-Stadion, wo er stolz neben den Bussen großer Vereine, wie dem SC Magdeburg, der LG Dortmund und Bayer Leverkusen unter dem Förderturm der Zeche Holland parkte.

Gemessen an der Zahl der Vereinsmitglieder dürften wir mit zwei Athleten mit am stärksten vertreten gewesen sein. Zu Beginn wirkten wir noch etwas verloren, sollten uns aber schnell an die spannungsgeladene Atmosphäre inmitten all der Profis gewöhnen. Schließlich waren wir nicht nur nach Wattenscheid gefahren, um dabei zu sein, sondern unsere Chance zu nutzen, ins Finale zu kommen.

Emilias Vorlauf über die 400 m in der U18 fand am Freitagnachmittag statt. Während wir mit ihr bereits am Donnerstag angereist waren, kam ihr Fan-Club am Freitag pünktlich zum Rennen mit dem TSG-Bus, der auch Fred mitbrachte, hinterher. Als Emilia in den Startblock stieg, konnte sie sich der Unterstützung von 10 Fans sicher sein. Getragen von den Anfeuerungsrufen, kämpfte sie sich eingangs der Zielgeraden Meter um Meter nach vorn und landete mit einer für sie starken Zeit von 57,67 sec auf Platz Drei. Ob das für den Finaleinzug reichen würde war fraglich. Es folgten noch einige starke Läuferinnen in weiteren Vorläufen. Am Ende wies die Ergebnisliste Emilia auf Platz 9 aus, das hieß, sie hatte das Finale um einen Platz verpasst. Die Enttäuschung war nicht groß, immerhin hatte man damit nicht wirklich gerechnet und sie war damit immerhin die Schnellste ihres Jahrgangs.

Ihr Fan-Club bereitete sich bereits auf die Heimreise vor, als plötzlich in der Ergebnisliste ein kleines q+ hinter Emilias Namen erschien: Eine vor ihr platzierte Athletin hatte verzichtet und sie war in den Endlauf nachgerückt. Unfassbar: die erste Teilnahme bei Deutschen Meisterschaften und sofort eine Finalteilnahme. Hektisch wurden Hotelzimmer gebucht, denn nach Hause wollte der Fan-Club jetzt nicht mehr.

Der Samstagmorgen startete bereits um 10 Uhr mit dem Vorlauf von Fred. Ins Finale zu kommen, war das erklärte Ziel, auch wenn das alles nur nicht einfach werden würde. Unglücklicherweise musste Fred gleich im ersten Vorlauf an den Start, so dass ein sich Orientieren an den Zeiten der anderen nicht möglich war. In einem eher verhaltenen Renne lief Fred mit einer Endzeit von 1:57,04 min ins Ziel und das große Zittern begann. Es war klar, dass die meisten der Konkurrenten, diese Zeit ebenfalls laufen konnten. Aber offensichtlich hatten alle mit der frühen Uhrzeit Probleme. Auch die zwei darauffolgenden Läufe waren nicht schnell und Fred schaffte es am Ende tatsächlich mit der sechstschnellsten Zeit ins Finale. Die Freude und Erleichterung kannten keine Grenzen.

Am Nachmittag folgte dann das Finale von Emilia. Hier galt es lediglich, ins Ziel zu kommen. Alle Konkurrentinnen waren im Stande mindestens zwei Sekunden schneller zu laufen als Emilia, schließlich waren sie alle ein Jahr älter. Emilia kämpfe bravourös, lief mit 57,62 sec schneller als im Vorlauf und damit fast an ihre Bestzeit, mehr ging nicht. Was für eine tolle Leistung.

Am Sonntag stand dann das Finale von Fred am Nachmittag an. Die Anspannung war spürbar. Nachdem die erste Runde von den Favoriten bewusst verhalten angegangen wurde, war klar, dass es in einem Spurt-Finish für Fred schwer werden würde. Er versuchte so lange es ging, dran zu bleiben, musste auf den letzten einhundert Metern dann leider abreißen lassen. Am Ende reichte es für Platz sieben, nicht ganz das, was man sich insgeheim vielleicht erhofft hatte, aber Siebter in Deutschland, wenn das kein Erfolg ist, was dann?

Ein Wochenende gleich einer Achterbahn der Gefühle. Drei Tage, die aufregender nicht hätten sein können. Die TSG und Bretzfeld kann unglaublich stolz sein auf zwei junge Athleten, die große Namen nicht fürchten und unsere Farben so wirkungsvoll vertreten.

Bericht und Bilder: Anke Höpfer